Bauunternehmen stoppen Auftragsannahme wegen Verlustangst

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In Spanien wächst die Sorge in der Baubranche: Über 1.100 öffentliche Bauaufträge im Wert von mehr als 700 Millionen Euro bleiben seit Jahresbeginn unbeantwortet. Viele Bauunternehmen weigern sich, weiterhin „mit Verlust“ zu arbeiten, da die gestiegenen Materialkosten ihre wirtschaftliche Lage drastisch verschlechtern.

Der Nationale Bauverband (Confederación Nacional de la Construcción, CNC) alarmiert, dass seit Januar durchschnittlich 188 Ausschreibungen pro Monat unberücksichtigt bleiben – ein Anstieg von 16 Prozent im Vergleich zu Zeiten nach Beginn des Ukraine-Kriegs. Hauptursache sind die stark gestiegenen Rohstoffpreise, insbesondere durch den Krieg im Iran. Besonders kleine und mittelständische Bauunternehmen sehen sich mit festen Vertragspreisen konfrontiert, die die aktuellen Kosten nicht mehr abdecken. Das Risiko, einen Auftrag anzunehmen, bedeutet oft finanzielle Verluste.

Die meisten unbeantworteten Aufträge (82 Prozent) liegen unter 500.000 Euro, betreffen also oft kleinere, lokale Bauprojekte. Doch auch größere Projekte bleiben liegen, was die angespannte Situation verdeutlicht. Zusätzlich gibt es viele Ausschreibungen mit nur einem oder gar keinem Angebot, was den Wettbewerb einschränkt und die Baukosten weiter in die Höhe treibt.

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Die Regionen Andalusien, Katalonien, Comunidad Valenciana und Extremadura sind am stärksten betroffen. Diese Gebiete sind zudem beliebte Wohnorte für Ausländer, was die Auswirkungen auf den ohnehin angespannten Wohnungsmarkt verstärkt. Verzögerte Infrastruktur- und Wohnungsbauprojekte verschärfen die Krise zusätzlich.

Der CNC fordert von der spanischen Regierung gesetzliche Anpassungen, die automatische Preisanpassungen bei Rohstoffkosten ermöglichen, um Projekte vor dem Stillstand zu bewahren. Der Vorsitzende Pedro Fernández Alén warnt, dass ohne solche Maßnahmen Tausende Bauunternehmen in ihrer Existenz bedroht sind und wichtige Bauvorhaben nicht realisiert werden können.

Die Situation in der Baubranche ist Teil eines größeren wirtschaftlichen Problems: Die Folgen internationaler Konflikte wirken sich nicht nur auf Baumaterialien, sondern auch auf Energiepreise und den Alltag der spanischen Haushalte aus. Die Baubranche steht exemplarisch für die Herausforderungen, die durch geopolitische Krisen und ihre wirtschaftlichen Folgen entstehen.

Quelle: Agenturen